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armes kleines Lamm

An das Leben in Neuseeland muss ich mich echt erst noch gewöhnen. Irgendwie ist es halt doch ziehmlich anders als Zuhause. Nicht unbedingt schlechter, aber ich fange doch langsahm an zu merken, das Deutschland in mancher Hinsicht echt nicht so schlecht ist. Vorallem in Sachen Essen! Obwohl man das glaube ich auch nicht verallgemeinern kann. Es gibt bestimmt auch viele Familien Zuhause, die jeden Tag Fleisch mit Knochen, Haut und allem drum und dran essen, da bin ich warscheinlich einfach total verwöhnt. Umso schwerer fällt es mir hier, wo sogar der Dosen-Lachs komplett mit Greten, Wirbelsäule und Haut ist. Ich glaube da kann ich lange versuchen mich dran zu gewöhnen, ich werde es nie schaffen.... Naja jedenfalls habe ich dadruch angefangen mal auf eigene Faust zu Kochen, in der Hoffnung den ganzen Knochen aus dem Weg zu gehen und man glaubt es kaum, aber es klappt sogar einigermaßen!!! Jan und Graeme als meine Testobjekte finden es jedenfalls echt gut und ich auch, also muss ich irgendetwas richtig machen. Oder es liegt einfach an den grandiosen Rezepten die Mama mir von Zuhause schickt (warscheinlich ist das der Hauptgrund, aber man muss es ja nicht jedem erzählen ;) ) So langsahm fängt es jedenfalls an sogar Spaß zu machen, solange man nicht zu spät merkt das Knochen im Dosenlachs sind....

Aber nicht nur das Essen ist anders, zum Beispiel reiten kann man nicht wirklich  miteinander vergleichen. Während bei uns 80 Prozent der Reiter sich nicht trauen außerhalb vom Platz zu reiten, ist es hier total normal, das man mitten auf den Farmpaddocks zwischen Hunderten von Schafen reitet und sogut wie nie einen Reitplatz sieht. Die Pferde werden auch nicht zu Fuß von den Weiden geholt, sonder man nimmt einfach das Quad und treibt sie zum Schuppen (eindeutig sehr angenehm, wenn man sonst jeweils einen Kilometer hin und wieder zurück laufen muss...).

Heute hat Greame jedenfalls ein neues Stück Land zusammen mit 4 Schafen, 2 Lämmern und 2 Bullen gekauft. Die Schafe haben wir dann zu seiner Tochter gebracht, heißt meine erste Gelegenheit ein Schaf anzufassen. Die sind ja einfach mal sooooo flauschig, das glaubt ihr garnicht! Und die Lämmer erstmal! Aber das eine kleine Lamm hat erstmal den Schock seines Lebens erlitten glaube ich - kurzer Hand einfach mal kastriert - armes kleines Viech, aber ich  durfte es danch auf dem Arm halten, einfach zu süß :D

Aber um die Schafe und Lämmer scheint man sich hier eh nicht allzu große Sorgen zu machen, es liegen jedenfalls jede menge tote auf den Farmen rum... Beim reiten heute, habe ich ein totes Schaf im Fluss liegen mit einen Adler drauf sitzen, da läufts einem schon ein bisschen kalt den Rücken runter...


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