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heaphy track

So ein Regentag an dem man sich überhaupt nicht nach draußen traut, hat wenigstens den Vorteil das ich mal wieder dazu komme etwas zu schreiben, das hatte ich schon die ganze Zeit vor…

 

Nachdem ich auf die Südinsel übergesetzt hab, ging ja alles ziemlich schnell. Am nächsten Morgen um 8 bin ich dann schon mit dem Shuttle zur Brown Hut, an den Anfang vom Heaphy Track gefahren und dann nachmittags meine erste Tagesetappe, 17km berghoch zur Parry Saddle Hut. Um ehrlich zu sein, war der erste Tag relativ langweilig. Zwischendurch gab es zwar ab und zu ganz nette Ausblicke auf die Berge außen rum, aber größtenteils ging es dann doch immer wieder an den gleichen Bäumen vorbei. Aber um vom Gipfel gucken zu können muss man schließlich erstmal auf den Berg raufklettern, da führt kein Weg dran vorbei ;) Über Nacht ist mir dann recht deutlich aufgefallen, dass mein Schlafsack für 15°C doch  nicht so ganz das wahre ist um bei gefühlten 0° im Zelt zu campen, aber mit mindestens 3 Lagen Skiunterwäsche ging das doch noch so einigermaßen.

 

Der zweite Tag ging dann durch eine Art Hochebene, soweit ich weiß soll es dort echt super schön sein, leider hab ich nicht viel davon gesehen – Es hat den ganzen Tag geregnet – 24 km und etwa 7 h später hab ich es dann doch noch komplett durchnässt zur James McKay Hut geschafft. Weder meine Regenjacke, noch meine Regenhose haben ansatzweise wasserdicht gehalten, dementsprechend war dann auch meine Stimmung als ich angekommen bin. Ich habe auch gar nicht erst versucht mein Zelt aufzubauen sondern bin direkt in die Hütte, habe mich vors Feuer gesetzt und gefragt ob ich nicht vielleicht mit meiner Campingmatte irgendwo in der Hütte schlafen kann. Ein Glück hatte niemand was dagegen und Ranger sind auch  nicht aufgetaucht um mich rauszuschmeißen. Hätte ich im Zelt schlafen müssen, ich weiß echt nicht wie ich das angestellt hätte, ich wäre verzweifelt!

 

Am dritten Tag ging‘s den Berg dann jedenfalls wieder runter, unten am Flusslauf entlang, bis zur Mündung ins Meer. Super genial kann ich nur sagen, wenn die Füße und Beine nicht so wehgetan hätten. Es ist halt doch nochmal etwas anderes, wenn im Rucksack statt Klamotten auch noch alles Mögliche an Essen und Campingausrüstung drin ist. Schon nach dem ersten Tag hatte ich eigentlich Blasen unter den Fußsohlen und Blaue Hüften, nach dem dritten Tag war es allerdings am schlimmsten. Umso stolzer war ich dann aber auf mich, als ich nach 4 Tagen in Kohaihai angekommen bin, total fertig, nicht in der Lage auch nur einen weiteren Schritt zu machen, aber stolz es auch alleine geschafft zu haben und komplett fasziniert vom letzten Stück die Westküste entlang. Das hört sich jetzt wahrscheinlich alles weder wirklich spektakulär an, noch wirklich anstrengend, aber 80 km sind halt irgendwie doch schon ein ganz schönes Stück und auch wenn ich das zwischendurch beim Wandern gar nicht so wirklich mitbekommen habe, habe ich doch 4 wunderschöne Tage gehabt, super nette Leute kennengelernt und bin auch jeden Fall um eine Erfahrung reicher geworden.

 

Das Shuttle zurück nach Nelson hat dann 7h gebraucht, so dass wir erst um halb 10 abends da waren und noch gerade so ein Bier und den absolut besten Burger meines Lebens bekommen haben. Nach 5 Tagen trockenem Reis, Haferbrei und Peanuts hätte aber wahrscheinlich so gut wie alles nach dem besten der Welt geschmeckt :D

 

Vorgestern hieß es dann auf jeden Fall erstmal einen Tag am Strand liegen und nix machen. Also bin ich zusammen mit 2 Jungs die ich in Nelson beim Campen getroffen hab zur Cabel Bay und haben uns ein bisschen in die Sonne gesetzt und das Meer beobachtet. Eins habe ich mittlerweile echt gelernt, wenn man in Neuseeland irgendetwas lange genug beobachtet, findet man immer etwas spannendes, womit man vielleicht nicht rechnet. Am Anfang dachte ich  noch es wären 2 große Delfine, die auf einer Seite in die Bay geschwommen kamen, aber die Jungs waren beide der Meinung es wären Wale… Jedenfalls haben wir später im Information Center nachgefragt und denen ein Bild der Rückenflossen gezeigt und die waren sich 100 prozentig sicher, dass wir  2 Orcas gesichtet haben :D

 

Mit den beiden bin ich jetzt jedenfalls auf nach St Arnaud gefahren und wir wollten eigentlich alle zusammen im Nelson Lakes NP wandern gehen. Fürs erste sind wir jetzt aber so gut wie in unseren Autos gefangen und warten mal ab ob der Regen nicht vielleicht doch noch verschwindet…

 

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