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on top of the world

Mt. Alfred von Glenorchy aus (der linke Berg auf dem rechten Bild)

Ein paar Bilder der anderen... Credits to them... ;)

 

Eigentlich bevorzuge ich es, auf die Sachen die ich mache, während ich sie mache Stolz zu sein. Um ehrlich zu sein, Gestern war ich es zwischenzeitig nicht. Heute, im Nachhinein bin ich natürlich wieder total begeistert, dass wir es geschafft haben und mal wieder ein richtiges Abenteuer hatten. Aber fangen wir besser von vorne an.

 

Obwohl Katie und ich eigentlich noch nicht genug Stunden 'übergearbeitet' hatten, konnten wir uns das gute Wetter gestern nicht entgehen lassen und haben den Tag frei genommen um auf Mt. Alfred zu wandern. Im Vergleich zu all den anderen Bergen hier in der Umgebung sieht er ziemlich klein aus, trotzdem hat er schon einiges an Höhe, außerdem haben wir vorher einige Male gesagt bekommen, dass der Ausblick genial sein soll und umso besser mit all den Schneebedeckten Gipfeln, die wir im Moment haben. Nicht zu vergessen, dass wir uns alle wir kleine Kinder darauf gefreut haben, den Schnee endlich anzufassen, anstatt ihn immer nur aus der Ferne zu sehen - wir hätten uns nicht zu früh freuen sollen....

 

Nachdem ich am Nachmittag vorher grade erst eine kleine Wanderung zu einer alten Goldmiene gemacht habe, sind wir also morgens schon wieder los und haben uns übermütig wie wir sind auf den Berg gestürzt. Nach einer halben Stunde stetigem, steilen, matschigem Bergauf war der Übermut leider schon weg und die nächsten anderthalb Stunden bis zur Baumgrenze waren mehr gequält als genossen... Sobald wir aber das erste bisschen Schnee hatten, war die Motivation wieder da. Ich kann gar nicht verstehen, warum wir alle so besessen davon waren, zum Schnee zu wandern. Okay, bei Stefan (aus Malaysia) kann ich voll und ganz verstehen, er noch nie zuvor Schnee in seinem Leben gesehen, aber alle andern (Deutschland, New York, Österreich und Finnland) sollten mehr als gewöhnt an den Schnee sein. Mal sehen wie lange ich den Schnee noch toll finde, bei den zwei Wintern die jetzt vor mir liegen... Naja an der Baumgrenze angekommen ist uns dann jedenfalls aufgefallen, dass wir den schwersten Teil noch vor uns hatten. Der Weg hoch zum Kamm, wäre bestimmt auch ohne Schnee nicht gerade einfach gewesen, mit Schnee so gut wie unmöglich. Ihr könnt ja mal versuchen auf den Bildern einen Weg zu finden, auf machen müssten sogar ein paar andere verrückte Wanderer in blauen Jacken sein. Ich Nachhinein bin ich wie gesagt schon wieder Stolz auf uns und der festen Überzeugung, dass es das eindeutig wert war. Mit jedem Schritt den wir weiter Hoch geklettert sind bin ich aber unsicherer geworden, ob wir das wirklich alle heil überstehen und keiner den Berg runterfällt - es wäre ein langer Fall geworden. Wir haben es auch nur dank all der Büsche, an denen wir uns hochziehen konnten geschafft. Mit den Füßen festen Halt zu finden, und nicht auf dem Schnee und Eis wegzurutschen war so gut wie unmöglich. Je höher wir also gekommen sind, desto mehr Muffensausen habe ich also bekommen. Alleine umdrehen war jedoch auch keine Lösung, vor allem da der Weg runter noch viel gefährlich aussah, als der Weg hoch. Also haben ich Versucht den Gedanken an den Abstieg erstmal ganz weit weg zu schieben, versucht mit meinen eiskalten Fingern (ich hatte natürlich nur meine 'halbfingerlangen' Handschuhe mit) immer einen Busch zu finden, an den ich mich klammer kann.

 

Oben angekommen wurden wir dafür mit definitiv einem der besten Ausblicke in ganz Neuseeland belohnt. Eigentlicher Plan war es Lunch auf dem Gipfel zu haben, tausende von Fotos zu machen und einige Zeit einfach die Aussicht zu genießen. Eiskalte Temperaturen haben uns dann leider einen Strich durch die Rechnung gezogen und ich musste doch schneller an den Weg runter denken, als mir lieb war. Katies Tipp war einfach auf dem Hintern runter zu rutschen, aber noch nicht mal das habe ich mich getraut. Manch der Absätze, habe ich gerade so geschafft hoch zu klettern, es wäre absolut keine gute Idee gewesen, da ungebremst runter zu rutschen. Ich kann euch nicht sagen, wann ich das letzte Mal so viel Schiss hatte, wie gestern. Aber es führte ja kein Weg daran vorbei, irgendwie mussten wir schließlich wieder zurück. Nach einer Stunde Nervenkitzeln, haben wir es dann doch tatsächlich geschafft. Ich muss gestehen, dass ich mit Abstand das größte psychische Wrack von uns war. Die anderen hatten zwar auch Respekt vor der ganzen Sache, aber keiner so doll wie ich. Während wie da oben waren, war mein einziger Gedanke, dass es total gestört ist, was wir machen und ich der glücklichste Mensch der Welt bin, wenn wir endlich wieder unten sind. Glaubt mir, ich wäre es gewesen, wenn ich nicht so fertig gewesen wäre, von meiner ganzen Aufregung. Komischer weise war auch der anschließende Weg durch den Wald steiler, als er mir auf dem hinweg vorgekommen ist und wir mussten uns weiter 2 Stunden darauf konzentrieren, nicht im Matsch wegzurutschen.

 

Ich hoffe ich habe das alles jetzt nicht zu ausgeschmückt beschrieben, wahrscheinlich war es gar nicht so schlimm gefährlich wie es mir vorgekommen ist und ich habe mir nur unnötig in die Hose gemacht, trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob ich es nochmal machen würde und wenn ich nicht in der Gruppe unterwegs gewesen wäre, hätte ich wahrscheinlich auf halbem Weg umgedreht und mir den genialen Ausblick entgehen lassen. Aber wir haben es alle gemacht und ich bin stolz auf uns, dass wir uns durchgebissen haben.

 

Heute hatte ich dann eigentlich gehofft, dass uns mal ein bisschen 'Mädchen' gerechte, leichte Arbeit zugeteilt wird, bei der ich mich etwas erholen kann. Nix da - Feuerholz zerkleinern. Da Katie schon vor dem ersten Baumstamm aufgegeben hat, habe ich es doch tatsächlich geschafft 4 Stunden lang durchgängig die Axt zu schwingen und eine ganz ordentliche Menge Holz zu zerkleinern. Ich muss gestehen es hat sogar Spaß gemacht :D Jetzt bin ich jedenfalls total fertig und morgen kann ich mich bestimmt gar nicht mehr bewegen, aber vielleicht hilft es ja wenn ich heute Abend nochmal in die Hot tub springe....

 

 


hier nochmal ein paar mehr Bilder, von den Wanderungen/'Spaziergängen' der letzten Nachmittage. Einmal waren wir in Glenorchy und dann auf dem Invincible Goldmine Trek, entlang Rees-River.


Es sieht so aus, als würden meine Wanderschuhe nach Jahrelangem verstauben doch endlich mal so gut benutzt werden, dass sie anfangen ihren Geist aufzugeben....

Außerdem noch ein paar Fotos vom arbeiten :) Der Steinhaufen ist Katies und meine Arbeit von drei Tagen, das Holz habe ich im Schweiße meines Angesichts vormittag zerkleinert.


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