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Der Fluss gewinnt

Halb elf. Zum Glück… Hätte ich versucht diesen Blogartikel heute Mittag zu schreiben, wäre garantiert nichts Gutes daraus geworden. Ich kann nix versprechen, dass es jetzt besser ist, aber zumindest hatte ich schon mal ein paar Stunden Zeit um mich zu beruhigen. Ich kann es gar nicht glauben, dass es noch keine 24 Stunden her ist, dass ich in der Hütte saß und die paar Zeilen in mein kleines Buch gekritzelt habe.

 

Meine Deadline ist jedenfalls kurz nachdem ich fertig mit schreiben war abgelaufen und da das Wetter gar nicht mehr so so schlecht aussah, haben wir uns doch noch auf den Weg zu Angelus Hut gemacht. Einfach mal probieren; wenn es nicht gut aussieht kann man ja immer noch umdrehen. Das war jedenfalls meine Einstellung als wir los sind. Dass diese Einstellung ziemlich schnell deprimierend werden kann habe ich dann schmerzhaft lernen müssen. Wir waren noch keine halbe Stunde unterwegs, als die Wolken sich dann doch tatsächlich komplett verzogen und uns den Blick auf unser Ziel freigaben. Das hat mich dann tatsächlich so stark motiviert, dass es sogar die ersten 4-mal geklappt hat den Fluss zu überqueren, der eigentlich gar  nicht überquerbar war. Er war zwar theoretisch nicht allzu weit, dafür aber umso reißender und tiefer. Ein falscher Schritt und wir wären komplett baden gegangen, wenn nicht sogar schlimmer. An der 5. Stelle hat mich dann der Mut verlassen. Man muss schließlich auch an den Rückweg denken und da das Wetter für die nächsten Tage nicht wirklich trocken aussah, wäre der Fluss nur weiter gewachsen und hätte uns den Rückweg versperrt. Wir waren dem Ziel so nah! Keine 4km entfernt und trotzdem unerreichbar. Also alles wieder zurück. Wieder 4-mal Lebensmüde über den Fluss springen und anschließend stundenlang durch den dichten Wald. Das ganze zutiefst deprimiert. Ich kann mich schon fast nicht mehr an meinen letzten Treck erinnern, bei dem ich mein Ziel wirklich erreicht habe und nicht aufgrund von schlechtem Wetter oder zu hohen Flüssen umdrehen musste. Zurück am Auto hatte ich dann so die Nase voll vom Nelson Lakes Nationalpark, der mich wortwörtlich schon wieder im Regen stehen lassen hat, dass wir noch den ganzen Weg bis nach Nelson gefahren sind, dem hoffentlich etwas besseren Wetter entgegen.

 

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