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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Das Wetter scheint es echt nicht gut mir uns zu meinen. Ich kann es kaum glauben, dass wir schon wieder unsere Wanderung abbrechen müssen, weil das Wetter nicht mitspielt und es in Strömen regnet. Naja, dieses Mal haben wir es wenigstens bis zur ersten Hütte geschafft.

 

Nelson Lakes Nationalpark – Lake Angelus Hut war unser eigentliches Ziel. Im März war ich ja schon Mal hier, aber damals hat es sich noch nicht Mal gelohnt loszulaufen. Als ich dann Vorgestern im DOC-Visitor Center stand und man mir gesagt hat, dass es theoretisch noch gut möglich ist auf den Berg zu kommen, konnte ich mein Glück kaum fassen. Einzige Einschränkung ist, dass wir statt der Robert-Ridge-Route, die wie der Name schon sagt hauptsächlich auf dem Bergkamm entlang führt, die Schlechtwetter Route über Spergrass Hut einschlagen sollten. So wird aus der zwei Tages halt eine drei Tages Wanderung.

 

Glücklicherweise war Drejc, den ich eigentlich an der Westküste gelassen hatte mittlerweile auch in St. Arnaud angekommen und wir konnten uns zusammen gestern Morgen auf den Weg machen.

 

Es hat schon seinen Grund, warum die Schlechtwetterroute eine Schlechtwetterroute ist – Es ging die ganze Zeit durch den dichten Wald. Über unseren Köpfen hat es geschüttet, doch durch das schützende Laubwerk war der einzige Grund weshalb wir am Ende doch nass waren das Gestrüpp durch das wir uns zwischenzeitig schlagen mussten.

 

Im Großen und Ganzen gab es 2 Schwierigkeiten auf der Strecke. Zum einen mein schwerer Rucksack, an den (wie ich schmerzhaft feststellen musste) überhaupt nicht mehr gewöhnt war und eine Flood-Detour, da die Flüsse durch all den Regen natürlich mal wieder über die Ufer getreten waren. Eigentlich bin ich ja niemand, der so schnell Höhenangst bekommt, aber eine nahezu vertikale Wand, mit 15kg Rucksack hochzukriechen, ohne wirklich einen Weg zu sehen, war mir dann doch etwas ungeheuer. So weit, so gut haben wir es geschafft, mal sehen wie das Ganze auf dem Rückweg aussieht…

 

Um halb 2 sind wir dann jedenfalls schon an unserer ersten, ziemlich genial gemütlichen Hütte angekommen und haben den ganzen Rest des Tages vor dem Kamin gesessen. Durch die großen Fenster konnten wir den Regen auf das gold-gelbe Gras Feld prasseln sehen, während das knisternde Feuer unsere Füße gewärmt hat. Das war eindeutig der gemütlichste Nachmittag, den ich bisher in Neuseeland hatte.

 

Nachts haben wir dann unsere Matratzen einfach direkt vor den Kamin gelegt und es tatsächlich geschafft heute Morgen ohne zu frieren aufzuwachen. Relativ schnell ist mir dann allerdings aufgefallen, dass unsere Hütte der weit und breit einzig warme, trockene Fleck ist. Statt des angesagten guten Wetters hat es natürlich mal wieder nicht aufgehört zu regnen.

 

Jetzt heißt es also Abwarten und Tee trinken. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass das Wetter doch noch schön wird und ich es zur Lake Angelus Hut schaffe!

 

 

 

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